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Sonntag, 3. Juli 2016

Mayerling

Mayerling, das ehemalige Jagdschloss Kronprinz Rudolfs, Schauplatz des Doppelselbstmordes des Kronprinzen und seiner Geliebten Mary Vetsera im Jänner 1889, wurde in den letzten Jahren renoviert und kann mittlerweile wieder besucht werden.


Der Eingang des Anwesens führt durch ein separates Gebäude, welches neben dem obligatorischen Shop auch bereits erste Informationstafeln enthält. Danach führt der erste Weg zum Teepavillon, dessen Deckenfresko neu renoviert wurde.


Kaiser Franz Joseph ließ das Jagdschloss nach der Tragödie in ein Karmeliterinnenkloster umbauen. So wurde genau an der Stelle des Sterbezimmers eine Kirche im neugotischen Stil errichtet.


Links davon erreicht man eine kleine Barockkapelle, an deren Stelle sich früher das Zimmer des Kammerdieners Loschek befand und fortan dem Kaiser als Gebetsort dienen sollte.


Rechts gelangt man von der Kirche in die Ausstellungsräume, die neben eines Modells des Jagdschlosses von 1889, diverse Schriftstücke (meist Faksimiles) und Objekte zeigen, die den Verlauf des Ereignisses dokumentieren und aufbereiten.


Zu sehen ist auch der beschädigte Kupfersarg von Mary Vetsera, welcher 1945 von Grabräubern aufgebrochen wurde und ersetzt werden musste.


Insgesamt bietet Mayerling eine kleine übersichtliche Schau, die gut in den historischen Schauplatz integriert wurde. Für die Ausstellung benötigt man ca. eine Stunde, wobei die schöne Lage und Gestaltung des Anwesens durchaus zu längerem Verweilen einlädt.

Link:
http://www.karmel-mayerling.org/

Sonntag, 27. Juli 2014

Ausflug: Klosterneuburg

Klosterneuburg nördlich von Wien gelegen, ist sowohl als Ausgangspunkt für eine Wanderung (wie in meinem Fall) als auch als Selbstzweck einen Besuch wert.

Blick auf Klosterneuburg vom Leopoldsberg aus
Wer mag, kann einem historischen Lehrpfad durch die Stadt folgen, welcher auf dem Weg zum Stift unter anderem beim Häuserl am Fleck vorbeiführt. Die nebenstehende Tafel informiert, dass mit „Fleck“ früher auch eine Brandstätte gemeint war und obwohl 1550 erstmals im Grundbuch erwähnt, wohl schon vorher an dieser Stelle ein Haus gestanden hatte, welches im Zuge der ersten Türkenbelagerung Wiens 1529 vernichtet worden war.

Häuserl am Fleck
Klosterneuburg ist in erster Linie aber zweifelsohne wegen seines Stiftes bekannt, welches mit der Grundsteinlegung im Jahr 1114 durch Leopold III., Markgraf v. Österreich in diesem Jahr sein 900jähriges Jubliäum feiert.

neue Plakette
Diesbezüglich ist interessant, dass vom 4. bis 8. Juni 1914 auch das 800jährige Bestehen des Stiftes gefeiert wurde, was aus rückblickender Sicht beinahe etwas befremdlich wirken mag, weil man doch mit dem Jahr 1914 heutzutage fast ausschließlich den Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Verbindung bringt. Welche Gespräche während dieser Feierlichkeiten wohl stattgefunden haben mögen?

Stiftskirche von innen und außen (restauriert im 19. Jh.)
Für mich ein schönes Beispiel dafür, dass die schlaglichtartigte Chronologie wie sie insbesondere durch die vormals vorherrschende politische Geschichtsschreibung betrieben wurde, alleine nie ausreichend ist, um alles Geschehen angemessen zu erfassen, sondern viele Perspektiven (aus Sozial-, Wirtschaftsgeschichte u.v.m.) notwendig sind, um ein möglichst vollständig Ganzes zu ergeben.

Links:
Jubiläum in Klosterneuburg
Tassilo Dominic Lorenz, Die Achthundert-Jahrfeier des Stiftes Klosterneuburg (pdf)

Literatur:
Berthold Černik, Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg. Geschichtliche Daten (Wien 1958)
Maximilian Fischer, Merkwürdigere Schicksale des Stiftes und der Stadt Klosterneuburg aus Urkunden gezogen (Wien 1815)